MIMO hat den Jackpot geknackt...

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ROG
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Re: MIMO hat den Jackpot geknackt...

Beitrag von ROG » Do 28. Okt 2021, 16:36

Hallo Marcus, gibt es neues bzgl. der beiden Interviewkandidaten?

Hier mal noch etwas, was allgemein zum Thema Mimo interessant werden könnte:

Zur Info: gestern war Historikertreffen in Taucha und Ricarda Döring hat ihr neues Museumskonzept vorgestellt. Da ich regelrecht angesprochen wurde, habe ich gestern bereits meine Ansichten dazu geäußert, auch zu dem Thema von Anfang des Jahres, als die Stadt auf den Vorschlag zum Architekturmoedell der Mimo nicht mal geantwortet hat. Heute habe ich das konkretisiert und in einem offenen Brief an alle gestrig Beteiligten und darüber hinaus geschrieben.

Guten Tag Ricarda, guten Tag in die Runde

Ich möchte nochmal meine Gedanken zum Museumskonzept gestern kurz erläutern:

Ich bin weder Historiker noch Experte für Ausstellungen, mein Lebenslauf steht auf meiner Webseite. In den zuletzt vergangenen Jahren habe ich einige Museen, die meine Themen betreffen, also Technik, Militär, Fahrzeugbau besucht.

Die modernen Museen werden mit enormen Aufwand an Mitteln gestaltet. Das heißt, dort fließt viel Geld und entsprechend will der Geldgeber auch mitreden. Das extreme Beispiel für mich in dieser Richtung war das Marinemuseum in Tallin. Dessen politisch ideologische Ausrichtung ganz offensichtlich pro westlich und gegen Rußland gerichtet ist, hier spürte man die EU-Fördermittel quasi auf jeden Schritt. Diese Museen sind zumeist erstmal beeindruckend.

Als Gegenbeispiel möchte ich das Heimatmuseum von Günter Neubauer in Streitwald anführen. Eine zunächst chaotisch wirkende Ansammlung erschließt sich beim Durchstöbern und überrascht einem in jedem Raum neu.

Am Ende muss man sich fragen, was will ich darstellen und wen will ich ansprechen? Und darauf wird es sehr viele verschiedene Antworten geben, eben weil die Menschen verschieden sind. Warum ein medial hochwertiges Mueseum, wenn die Kinder von heute sowieso schon den ganzen Tag medial überflutet werden? Weil das das Einzige ist, was sie wahrnehmen?

Ricarda, die Geschichte mit dem Armband ist sehr schön, ich hätte sie gern in meinem Film gehabt, aber wird es nicht wieder nur um ideolgisch ausgerichtete Erinnerungskultur gehen ala Gedenkstätte für Zwangsarbeit und SAFT? Ist das etwas, was die Menschen ins Museum zieht, um sich hinterher betroffen zeigen zu müssen? Werden wir so die Menschen für unsere Geschichte interessieren? Auch die Tassen von der Mimo sind toll, aber die Mimo war keine Porzellanmanufaktur, hier wurden Motoren hergestellt, meines Wissens zum Beispiel vom Jumo 205 als Gegenkolbenmotor für Flugzeuge dürfte mit seinen 880 PS die größte Serie an Flugdieselmotoren in Taucha gefertigt worden sein. Ähnlich könnte es sich beim ersten Strahltriebwerk Jumo 004 verhalten, aber das gilt es zu verifizieren. Wir habens nicht erfunden, aber die technologische Umsetzung der Serienfertigung ist auch etwas besonderes. Zumal in einem Werk, welches als Einziges eine Symbiose zwischen Fa. Horch (Audi) und Fa. Junkers darstellt.

In Magdeburg im Technikmuseum steht ein solcher Jumo 205 mit der Plakette der Mimo dran. Warum versuchen wir den nicht zu bekommen? Zumal das Museum erstmal grundsätzlich geschlossen bleiben muss. https://www.magdeburg.de/technikmuseum

In Taucha gibt es eine Firma Permacon (https://www.premacon.com/index.php/de/) die detailgetreue Modelle baut. Warum nicht ein Modell von einem Jumo 004?

Aus der Abneigung zum Schloßverein hast du gestern keinen Hehl gemacht, Ricarda. Das müssen wir aushalten, es gibt unterschiedliche Ansichten. Aber vielleicht ist es eine Chance. Was wäre wenn das städtische Museum und das vom Schloßverein immer zur gleichen Zeit geöffnet hätte und für den Besucher mit einer Eintrittskarte beide zu besuchen sind? Hat er dann nicht die Möglichkeit beide Varianten der Geschichtsdarstellung zu erfahren? Es geht gar nicht um eine Abstimmung, welches Konzept dann besser funktioniert, sondern darum unterschiedliche Menschen unterschiedlich anzusprechen. Vielleicht eine einmalige Gelegenheit und Anlaß von beiden Seiten diesbezüglich an einem Strang zu ziehen.

Grüße aus Plösitz

Dr. Roger Liesaus



Anhang Betreff Mimo Architekturmodell:

Am 29.1.2021 habe ich den Vorschlag zu einem kostengünstigen Architekturmodell der Mimo durch einen ehemaligen Tauchaer Modellbauer Andreas Oehmichen gemacht.

Geantwortet auf die Email und die Idee begrüßt haben Olaf Barth LVZ, Jürgen Ullrich Schloßverein, Uwe Kober Mimo Interessierter, Wolfgang Rumpelt Luftfahrtverien Leipzig, Peter Kohl Historiker,

Über vier Wochen nicht geantwortet haben Tobias Meier Bürgermeister, Tom Richter Förderanträge, Ricarda Döring Museumsleiterin, Hartmut Nevoigt Heimatverein.

Nachdem dann Olaf Barth, gegen meinen ausdrücklichen Wunsch, nochmal beim Bürgermeister nachgehackt hat, hat dieser dann am 3.3.2021 geantwortet, aber die Intention war so, dass ein zähes Ringen zu erwarten war. Das ist nicht in meinem Sinne, ich will nicht meine Vorstellungen durchboxen, mir geht es darum Angebote zu machen und das Gegenüber sollte die als solche erkennen und annehmen oder es eben lassen.

Die Aussage von Ricarda sie müsse ihren Vorgesetzten fragen und dessen Antwort abwarten halte ich persönlich für sehr schwach. Wenn wir in einer Gesellschaft angekommen sind, wo der Museumschef nicht mal frei eine Meinung zu einem solchen Vorschlag äußern darf/kann, dann wird es dunkel, aber offensichtlich ist es so.

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chiquitaman
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Re: MIMO hat den Jackpot geknackt...

Beitrag von chiquitaman » Do 28. Okt 2021, 18:57

Roger, da sehe ich wirklich das Hauptproblem der heutigen "Museumskultur". Medial hochgerüstete Darstellungen und wenig wahre Technik zum Anfassen.Negatives Beispiel meiner Meinung ist das Technikmuseum In Dessau - auch hier viel Drumherum und Ausstellungsstücke die garnichts mit Dessau/Junkers zu tun haben. Ne rostige MIG , ein ausgeschlachteter Hubschrauberkörper haben doch wirklich nichts mit der Geschichte des Ortes zu tun. Original Junkersstücke landen dort im Hinterzimmer. Ich finde die hiesige Geschichte lässt sich am besten mit Objekten aus der Region darstellen.

Lieber 20 rostige jumo Stücke als 1 ortsfremdes Dekoobjekt, was keinen Bezug zum Ort hat. Dokumente zum Lesen, original Luftbilder , Sachen zum Anfassen sind in meinen Augen interessanter als aufwändig hergestellte Powerpointpräsentationen. Ich denke Taucha verpasst da auch überregionale Beachtung, wenn sie hier keinen geeigneten Ort für die MIMO-Ausstellung finden.


MfG Udo Pfeffer

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